MIT DEM ZUG ZUR KLIMAKONFERENZ IN MADRID: Route, Kosten & Tipps!

Eine Zugfahrt die ist lustig, eine Zugfahrt die ist schön! Ganz nach diesem Motto habe ich mich Ende November auf dem Weg nach Madrid gemacht – mit dem Zug versteht sich. Da in meiner Community diesbezüglich einige Fragen aufgetaucht sind, würde ich euch gerne mehr über meine Zugreise zur Klimakonferenz in Madrid erzählen. Los geht’s!

// ZUG FÄHRT AB

Wie ihr vielleicht wisst, war die diesjährige UN Klimakonferenz in Santiago de Chile geplant. Durch die sozialen Unruhen im Land, wurde die sogenannte COP25 dann kurzerhand in die spanische Hauptstadt verlegt. Einerseits fand ich es natürlich super schade, dass die Konferenz nicht in Südamerika stattfindet (was ein wichtiges Zeichen gesetzt hätte), sondern eben wieder auf europäischen Boden. Andererseits dachte ich mir, dass die “Nähe” zu Wien durchaus die Möglichkeit bietet, über Alternativen zu Flugreisen nachzudenken. Gesagt getan! Kurzerhand habe ich mich über die Routen, Kosten etc. informiert und los ging’s!

// MEINE ROUTE

Meine Reise startete am Wiener Hauptbahnhof. Mit dem Nachtzug ging es erstmal nach Zürich. Dort hatte ich ca. 1 Stunde Zeit zum Umsteigen, was ich für einen kurzen Zwischenstopp im Supermarkt genutzt hatte um Proviant einzukaufen (was sonst?). Dadurch, dass ich im Nachtzug überraschend gut geschlafen haben, vergingen die knapp 8 Stunden nach Zürich wie im Flug.

Der nächste Stopp hieß Paris. Halbwegs ausgeschlafen und erholt konnte ich diese Zeit perfekt zum Arbeiten und zum Vorbereiten auf die bevorstehende Konferenz nutzen. Gerade wenn es um Dinge wie Brainstorming oder “Gedanken ordnen” geht, finde ich Zugfahrten immer besonders hilfreich.

In Paris hatte ich nicht wirklich viel Zeit zum Umsteigen, aber es ging sich Gott sei Dank trotzdem alles gut aus. Die knapp 7 Stunden nach Barcelona waren schon ziemlich mühsam um ehrlich zu sein. Meinen Laptop habe ich in dieser Zeit mal zugemacht und mich Netflix gewidmet. Einen Serienmarathon später sind wir schon im wunderschönen Barcelona angekommen.

Ein kurzer Besuch bei Mcdonalds (der Hauptbahnhof in Barcelona hat wirklich nicht viel bzw. gar nichts vegetarisches zu bieten.. deshalb hieß es Pommes und Gartensalat) war beim Umsteigen in Barcelona drinnen. Dann war ich schon bei meiner letzten Etappe auf meiner Reise angelangt. Knapp 2,5 Stunden sind es noch bis Madrid und die habe ich größtenteils schlafend verbracht.

Insgesamt hat die Anreise mit dem Zug von Wien nach Madrid ca. 25 Stunden gedauert (inkl. Umstiege). Es kommt allerdings ganz darauf an welche Route man wählt, denn es gibt ganz viele verschiedene Verbindungen und Umsteigemöglichkeiten. Bei der Rückreise zum Beispiel wäre ein Zwischenstopp mit einer Übernachtung in Avignon möglich gewesen. Eine weitere Alternative wäre über Genf anstatt von Paris gewesen (was weniger einen Umweg darstellen würde). Ich würde euch raten, die Fahrpläne auf der ÖBB Website genauestens zu studieren und vor allem genügend Zeit für die Umstiege einzuplanen.

// KOSTEN

Wenn es um das Thema Kosten geht, möchte ich vor allem eine Sache von Anfang an klar darstellen. Ja, Zugfahren ist teuer. Weitaus teurer als ein Flug nach Madrid gewesen wäre. Das ist meiner Meinung nach ein riesiges und ernstzunehmendes Problem des Transportsektors. Man muss wirklich überzeugt von der Sache sein, um eine solche Reise und die Kosten auf sich zu nehmen, wenn es eine weitaus günstigere und zeitsparendere Alternative gibt.

Nichtsdestotrotz war es mir unglaublich wichtig, zur Klimakonferenz mit dem Zug anzureisen – und ich bin über diese Entscheidung unglaublich froh! Die Preise sind im auf den online Buchungsplattformen ehrlich gesagt nicht immer so ganz ersichtlich. Deshalb habe ich mich für einen Global Pass von Interrail entschieden. Hier zahlt man einen Pauschalpreise, welcher die Buchungen für alle Züge beinhaltet (Achtung: nicht die Reservierungen siehe “Das musst du wissen”). Den Global Pass gibt es in verschiedenen Preiskategorien, je nachdem welche Altersklasse und wieviele Tage man unterwegs ist. Mit diesem Pass kann man bis zu 31 Länder innerhalb eines Monat mit dem Zug entdecken. Ich kann euch diesen Pass wirklich nur sehr empfehlen, da es irrsinnig viel an einzelnen Buchungen erspart und man sehr flexibel ist.

// DAS MUSST DU WISSEN

Das allerwichtigste zu Beginn: anders als bei der ÖBB muss man beispielsweise beim französischen TGV vorab einen Sitzplatz reservieren, denn die Regel lautet: wer keine Reservierung hat, fährt nicht mit. Das ist ein sehr wichtiger Faktor, denn 1. kostet die Reservierung meistens extra und 2. ist nicht bei allen Zügen eine online Reservierung möglich. Letzteres war in meinem Fall von Paris nach Madrid nicht möglich. Die Reservierung online zwar schon, aber die Bestätigung wird dann per Post (!) zugeschickt. Deshalb ist es wichtig, die Reservierungen rechtzeitig vorzunehmen, um eventuelle Postzusendungen vor der Reise zu erhalten. Aja, noch etwas wichtiges: Wenn du mit dem Zug in die Schweiz reist, sei dir bewusst, dass Grenzkontrollen auf dich warten (auch im Nachtzug!). Die Schweizer Kontrollorgane schrecken nicht davor zurück, einen um 6:00 in der Früh aus dem Bett zu klopfen und nach dem Reisepass zu fragen. Ohne Reisepass kein weiterkommen.

// FAZIT

Würde ich es nochmal machen? Um wirklich 100& ehrlich zu sein – ich weiß es nicht. Ich glaube es kommt voll und ganz darauf an, ob man alleine oder mit jemand anderem unterwegs ist. Da ich Gott sei Dank eine tolle Begleitung dabei hatte, ist die Zeit auch viel schneller vergangen, als es alleine der Fall gewesen wäre. Ich kann es deshalb absolut verstehen, wenn Alleinreisende von so einer langen Zugfahrt eher abgeneigt sind. Ein weiterer Faktor meiner Meinung nach ist die Länge des Aufenthalts in der Destination. Da ich zwei Wochen in Madrid verbracht habe, machte die zweitägige Anreise auch keinen wirklichen Unterschied mehr. Eines kann ich auf jeden Fall sagen: Es war es eine unglaubliche Erfahrung und ich bin sehr froh darüber, mich für die Reise mit dem Zug entschieden zu haben.

Ich hoffe ich konnte alle Fragen zu meiner Zugreise nach Madrid beantworten. Falls nicht hinterlasst mir gerne ein Kommentar.

Übrigens… als ich Anfang des Jahres im Zuge einer Madridreise zu einem kulinarischen Experiment inspiriert wurde, sind diese Rezepte daraus entstanden: VIVA ESPANA – die besten veganen Quesadillas

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